Einleitung
Wir wissen, dass Sie gerade eine der schwersten Zeiten Ihres Lebens durchleben. Der Verlust eines nahestehenden Menschen bringt neben der Trauer auch organisatorische Aufgaben mit sich, die sich überwältigend anfühlen können. Einen Bestatter zu finden, dem Sie vertrauen können, gehört dabei zu den wichtigsten Entscheidungen — und gleichzeitig zu denjenigen, die unter enormem Zeitdruck getroffen werden müssen.
Dieser Artikel soll Ihnen helfen, diese Entscheidung so gut wie möglich zu treffen. Sie erfahren, wie viel Zeit Ihnen tatsächlich bleibt, welche Kriterien einen seriösen Bestatter auszeichnen und welche Warnsignale Sie unbedingt ernst nehmen sollten. Wir haben eine praktische Checkliste zusammengestellt, damit Sie sich orientieren können — selbst dann, wenn Ihnen gerade alles über den Kopf wächst.
Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Auch wenn die gesetzlichen Bestattungsfristen einen Rahmen vorgeben, bedeutet das nicht, dass Sie sich beim ersten Bestatter festlegen müssen. Ein seriöses Bestattungsunternehmen wird Ihnen nie das Gefühl geben, sich sofort entscheiden zu müssen.
Neben der Wahl des Bestatters denken viele Familien heute auch an die langfristige Erinnerung — zum Beispiel mit einer digitalen Gedenkseite, auf der Fotos, Erinnerungen und die Lebensgeschichte eines geliebten Menschen langfristig bewahrt werden können.
Wann und wie schnell muss ich einen Bestatter beauftragen?
In den meisten Bundesländern muss ein Bestatter innerhalb von 24 bis 36 Stunden nach dem Tod beauftragt werden, weil die Überführung des Verstorbenen zeitnah geregelt werden muss. Allerdings bedeutet das nicht, dass Sie sich unter Druck setzen lassen sollten — Sie haben mehr Spielraum, als viele denken.
Gesetzliche Bestattungsfristen nach Bundesland
Die Bestattungsfristen in Deutschland sind Ländersache. Jedes der 16 Bundesländer regelt in seinem eigenen Bestattungsgesetz, wann die Bestattung spätestens erfolgen muss. In den meisten Bundesländern gilt:
- Mindestfrist: 24 bis 48 Stunden nach dem Tod darf die Bestattung frühestens stattfinden (Ausnahme: religiöse Gründe, etwa bei islamischen Bestattungen).
- Höchstfrist: Je nach Bundesland müssen Erdbestattungen innerhalb von 4 bis 10 Tagen nach dem Tod durchgeführt werden. Feuerbestattungen haben oft etwas großzügigere Fristen.
| Bundesland | Höchstfrist Erdbestattung | Höchstfrist Feuerbestattung |
|---|---|---|
| Bayern | 96 Stunden (4 Tage) | 96 Stunden bis zur Einäscherung |
| Nordrhein-Westfalen | 10 Tage | 10 Tage |
| Niedersachsen | 8 Tage | 8 Tage |
| Baden-Württemberg | 96 Stunden (4 Tage) | Keine eigene Frist geregelt |
| Berlin | Keine gesetzliche Höchstfrist | Keine gesetzliche Höchstfrist |
| Hamburg | 8 Tage | 8 Tage |
Hinweis: Die Angaben basieren auf den jeweiligen Landesbestattungsgesetzen. Fristverlängerungen sind in vielen Bundesländern auf Antrag möglich.
Was das für Sie konkret bedeutet
Sie haben in der Regel mehrere Tage Zeit, um sich für einen Bestatter zu entscheiden. Nutzen Sie diese Zeit:
- Am Todestag: Lassen Sie die ärztliche Todesbescheinigung (Leichenschauschein) ausstellen. Ein Bestatter ist dafür nicht sofort nötig.
- Innerhalb von 24-36 Stunden: Kontaktieren Sie zwei bis drei Bestattungsunternehmen für ein erstes Gespräch und bitten Sie um einen Kostenvoranschlag.
- Innerhalb von 2-3 Tagen: Vergleichen Sie die Angebote in Ruhe und treffen Sie Ihre Entscheidung.
Ein seriöser Bestatter wird Ihnen bei einem Anruf außerhalb der Geschäftszeiten sofort bei dringenden Fragen helfen — aber er wird Sie niemals drängen, sofort einen Vertrag zu unterschreiben.
Checkliste: Worauf Sie bei der Bestatterwahl achten sollten
Ein guter Bestatter zeichnet sich durch Transparenz, Empathie und fachliche Kompetenz aus. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, beim Erstgespräch die richtigen Fragen zu stellen und seriöse Anbieter von weniger seriösen zu unterscheiden.
| Nr. | Kriterium | Worauf Sie achten sollten | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|---|
| 1 | Transparente Kostenaufstellung | Der Bestatter erstellt einen detaillierten, schriftlichen Kostenvoranschlag — ohne Nachfrage. | Versteckte Kosten sind das häufigste Problem. Ein seriöser Bestatter schlüsselt alle Posten auf. |
| 2 | Mitgliedschaft im Berufsverband | Achten Sie auf die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) oder dem Bestatterverband Ihres Bundeslandes. | Verbandsmitglieder verpflichten sich zu Qualitätsstandards und ethischen Leitlinien. |
| 3 | Kostenloses Erstgespräch | Das erste Beratungsgespräch sollte immer kostenlos und unverbindlich sein — ob persönlich, telefonisch oder bei Ihnen zu Hause. | Wer schon fürs Erstgespräch Geld verlangt, handelt unseriös. |
| 4 | Erreichbarkeit (24/7) | Ein guter Bestatter ist rund um die Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. | Todesfälle halten sich nicht an Geschäftszeiten. |
| 5 | Bewertungen und Empfehlungen | Lesen Sie Google-Bewertungen, fragen Sie Bekannte oder Ihren Hausarzt nach Empfehlungen. | Persönliche Erfahrungsberichte sind oft aussagekräftiger als Werbung. |
| 6 | Eigene Räumlichkeiten | Besitzt der Bestatter eigene Räume für Aufbahrung, Abschiednahme und Trauerfeier? | Eigene Räumlichkeiten deuten auf einen etablierten, ortsansässigen Betrieb hin. |
| 7 | Beratung zu allen Bestattungsarten | Ein seriöser Bestatter informiert Sie über alle Möglichkeiten — von der Erdbestattung über die Feuerbestattung bis hin zur Waldbestattung oder Seebestattung. | Wer nur eine Bestattungsart empfiehlt, verfolgt möglicherweise eigene wirtschaftliche Interessen. |
Zusätzliche Qualitätsmerkmale
- Markenzeichen des Bundesverbandes: Das „Qualitätssiegel Bestatter" des BDB zeigt, dass der Betrieb regelmäßig überprüft wird.
- Festpreisangebote: Einige Bestatter bieten Festpreispakete an, die alle wesentlichen Leistungen abdecken. Das schafft Planungssicherheit.
- Trauerbegleitung: Manche Bestattungsunternehmen vermitteln Trauerbegleitung oder bieten eigene Angebote für Hinterbliebene an — ein Zeichen für umfassenden Service.
Kostenvoranschlag: Was muss drinstehen?
Ein vollständiger Kostenvoranschlag ist Ihr wichtigstes Werkzeug beim Bestattervergleich. Er muss alle Leistungen einzeln aufschlüsseln, damit Sie Angebote verschiedener Bestatter objektiv vergleichen können und nicht von versteckten Zusatzkosten überrascht werden.
Die drei Kostenbereiche einer Bestattung
Bestattungskosten setzen sich aus drei klar getrennten Bereichen zusammen. Ein seriöser Kostenvoranschlag schlüsselt jeden einzelnen auf:
1. Bestatterleistungen (Eigenleistungen)
Das sind die Leistungen, die der Bestatter selbst erbringt:
- Beratung und Organisation
- Überführung des Verstorbenen
- Hygienische Versorgung
- Einkleidung und Einsargung
- Aufbahrung in den Räumlichkeiten des Bestatters
- Sarg oder Urne (je nach Bestattungsart)
- Sargausstattung (Innenauskleidung, Kissen)
- Trauerdrucksachen (Traueranzeige, Trauerkarten, Danksagungen)
- Blumenschmuck für den Sarg
- Organisation der Trauerfeier
2. Fremdleistungen (Leistungen Dritter)
Diese Kosten reicht der Bestatter weiter — er organisiert sie, stellt sie aber im Auftrag Dritter in Rechnung:
- Krematoriumsgebühren (bei Feuerbestattung)
- Trauerredner oder Geistlicher
- Musiker oder Sänger
- Standesamt (Sterbeurkunde)
- Blumenschmuck von einem Floristen
- Zeitungsanzeige (Traueranzeige in der Tageszeitung)
- Steinmetz (Grabstein, Grabplatte)
3. Friedhofsgebühren
Diese werden direkt von der Friedhofsverwaltung erhoben:
- Grabnutzungsrecht (Wahlgrab oder Reihengrab, Laufzeit 20-30 Jahre)
- Beisetzungsgebühr
- Nutzung der Trauerhalle
- Friedhofspflege (wenn Sie diese beauftragen)
So vergleichen Sie richtig
Bitten Sie mindestens zwei Bestatter um einen Kostenvoranschlag für die gleiche Bestattungsart mit den gleichen Leistungen. Achten Sie darauf, dass alle drei Kostenbereiche aufgeführt sind. Vergleichen Sie die Eigenleistungen — hier unterscheiden sich die Bestatter am stärksten.
Wichtig zu wissen: Ein Kostenvoranschlag ist rechtlich nicht bindend, aber der endgültige Preis darf den Voranschlag laut § 650 BGB nicht wesentlich (in der Regel nicht mehr als 15-20 %) überschreiten. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen.
7 Warnsignale — Woran Sie einen unseriösen Bestatter erkennen
Leider nutzen einige wenige Bestatter die Ausnahmesituation trauernder Familien aus. Die folgenden sieben Warnsignale helfen Ihnen, unseriöse Anbieter frühzeitig zu erkennen — damit Sie sich und Ihre Familie schützen können.
Druck zur schnellen Entscheidung „Sie müssen sich sofort entscheiden, sonst wird es teurer." Diesen Satz sollten Sie niemals hören. Ein seriöser Bestatter gibt Ihnen die Zeit, die Sie brauchen, und respektiert Ihren Entscheidungsprozess. Die gesetzlichen Fristen lassen in den meisten Bundesländern mehrere Tage Spielraum.
Keine schriftliche Kostenaufstellung Wenn ein Bestatter nur mündlich Preise nennt oder keinen detaillierten Kostenvoranschlag erstellen möchte, ist das ein deutliches Warnsignal. Bestehen Sie immer auf eine schriftliche, aufgeschlüsselte Kostenübersicht.
Versteckte Zusatzkosten Achten Sie darauf, ob im Kostenvoranschlag Formulierungen wie „zzgl. Nebenkosten" oder „nach Aufwand" auftauchen, ohne dass diese beziffert werden. Ein seriöser Bestatter benennt alle Kosten vorab — auch Kleinigkeiten wie Überführungskilometer.
Ablehnung von Vergleichsangeboten „Sie brauchen kein zweites Angebot einzuholen — unser Preis ist der beste." Jeder seriöse Bestatter respektiert Ihren Wunsch, Angebote zu vergleichen. Wer das ablehnt, hat vermutlich etwas zu verbergen.
Mangelnde Empathie Ein Bestatter, der Ihnen gegenüber gleichgültig, ungeduldig oder geschäftsmäßig-kalt auftritt, ist möglicherweise nicht der richtige Begleiter in dieser sensiblen Zeit. Das Erstgespräch zeigt oft deutlich, ob der Bestatter Ihre Situation ernst nimmt.
Keine Mitgliedschaft in einem Berufsverband Die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter oder einem Landesverband ist freiwillig — aber sie signalisiert, dass sich der Bestatter freiwillig Qualitätsstandards unterwirft. Das Fehlen einer Mitgliedschaft allein ist kein Ausschlussgrund, aber in Kombination mit anderen Warnsignalen sollte es Sie nachdenklich stimmen.
Vorleistungen ohne Vertrag Wenn ein Bestatter bereits Maßnahmen ergreift (Überführung, Einsargung), bevor Sie einen Vertrag unterschrieben haben, ist höchste Vorsicht geboten. Sie könnten vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Klären Sie immer zuerst den Umfang und die Kosten — erst dann erteilen Sie den Auftrag.
Bestatterkosten: Was ist ein fairer Preis?
Die Eigenleistungen eines Bestatters kosten in Deutschland im Durchschnitt zwischen 1.500 und 3.500 Euro, abhängig von Bestattungsart, Region und Umfang der gewünschten Leistungen. Hinzu kommen Fremdleistungen und Friedhofsgebühren, die die Gesamtkosten deutlich erhöhen.
Typische Preisspannen für Bestatter-Eigenleistungen
| Leistung | Preisspanne |
|---|---|
| Beratung und Organisation | 200–500 Euro |
| Überführung (bis 50 km) | 150–350 Euro |
| Hygienische Versorgung und Einkleidung | 150–400 Euro |
| Sarg (einfache Ausführung bis Massivholz) | 400–2.500 Euro |
| Urne (Standard bis Schmuckurne) | 50–400 Euro |
| Aufbahrung | 100–300 Euro |
| Trauerdrucksachen (Anzeige, Karten) | 100–400 Euro |
| Sargschmuck und Blumen | 100–500 Euro |
Gesamtkosten einer Bestattung in Deutschland
Wenn Sie alle drei Kostenbereiche zusammenrechnen — Bestatterleistungen, Fremdleistungen und Friedhofsgebühren — ergeben sich folgende typische Gesamtkosten:
| Bestattungsart | Gesamtkosten (Durchschnitt) |
|---|---|
| Einfache Feuerbestattung mit anonymer Beisetzung | 2.000–3.500 Euro |
| Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung | 3.500–6.000 Euro |
| Erdbestattung (Reihengrab) | 4.500–7.500 Euro |
| Erdbestattung (Wahlgrab) | 6.000–10.000 Euro |
| Waldbestattung (FriedWald, RuheForst) | 2.500–5.000 Euro |
| Seebestattung | 3.000–5.500 Euro |
Hinweis: Die Kosten variieren stark nach Region. In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Preise oft deutlich über dem Durchschnitt. Im ländlichen Raum sind sie tendenziell niedriger. Einen detaillierten Vergleich der Bestattungskosten nach Stadt finden Sie in unserem separaten Ratgeber.
Wenn die Kosten nicht tragbar sind
Wenn Sie sich die Bestattungskosten nicht leisten können, haben Sie Anspruch auf eine Sozialbestattung. Das Sozialamt übernimmt in diesem Fall die Kosten für eine würdevolle, einfache Bestattung (§ 74 SGB XII). Dies ist kein Zeichen von Versagen — es ist ein gesetzlich verankertes Recht. Außerdem können Bestattungskosten unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar sein.
Gut zu wissen: Neben der Wahl des Bestatters denken immer mehr Familien an eine dauerhafte Form der Erinnerung. Eine digitale Gedenkseite auf Kinmory ermöglicht es, Fotos, Videos und Geschichten zu sammeln — dauerhaft und unabhängig von einer Grabstätte von überall zugänglich.
Bestatter wechseln — Ist das möglich?
Ja, Sie können den Bestatter wechseln, solange Sie noch keinen Vertrag unterschrieben haben. Selbst nach Vertragsabschluss haben Sie unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, den Bestatter zu wechseln — allerdings können dann bereits erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt werden.
Vor Vertragsabschluss
Solange kein Vertrag vorliegt, sind Sie vollkommen frei in Ihrer Wahl. Ein Erstgespräch — auch wenn es bei Ihnen zu Hause stattgefunden hat — verpflichtet Sie zu nichts. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie sich durch ein Gespräch oder die Annahme eines Kostenvoranschlags bereits gebunden haben.
Nach Vertragsabschluss
Wenn Sie bereits einen Vertrag unterschrieben haben, aber mit dem Bestatter unzufrieden sind, haben Sie folgende Möglichkeiten:
- Widerruf: Wurde der Vertrag außerhalb der Geschäftsräume des Bestatters (z. B. bei Ihnen zu Hause) geschlossen, steht Ihnen in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu (§ 312g BGB). Achtung: Wenn Sie den Bestatter ausdrücklich gebeten haben, sofort mit der Arbeit zu beginnen, kann dieses Recht eingeschränkt sein.
- Kündigung: Einen Bestattungsvertrag können Sie als Verbraucher grundsätzlich jederzeit kündigen (§ 648 BGB, Werkvertragsrecht). Allerdings hat der Bestatter Anspruch auf Vergütung der bereits erbrachten Leistungen.
- Schlichtung: Bei Streitigkeiten können Sie sich an die Verbraucherzentrale oder an die Schlichtungsstelle des Bestatterverbandes wenden.
Praktischer Tipp
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, fragen Sie den Bestatter: „Was passiert, wenn ich den Vertrag stornieren möchte?" Ein seriöser Bestatter wird Ihnen diese Frage offen und ehrlich beantworten.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich einen guten Bestatter in meiner Nähe?
Beginnen Sie mit einer Internetrecherche und lesen Sie Google-Bewertungen. Fragen Sie Ihren Hausarzt, Nachbarn oder Freunde nach persönlichen Empfehlungen. Achten Sie auf die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter und vereinbaren Sie mindestens zwei kostenlose Erstgespräche, um die Angebote zu vergleichen. Ein persönlicher Eindruck zählt oft mehr als Werbung.
Darf ich einen Bestatter aus einer anderen Stadt beauftragen?
Ja, Sie sind völlig frei in Ihrer Wahl und an keinen regionalen Bestatter gebunden. Allerdings fallen bei größerer Entfernung höhere Überführungskosten an. In den meisten Fällen ist ein ortsansässiger Bestatter die praktischere Wahl, weil er die lokalen Friedhöfe, Behörden und Abläufe kennt.
Was kostet ein Erstgespräch beim Bestatter?
Ein seriöses Erstgespräch ist immer kostenlos und unverbindlich. Der Bestatter klärt Ihre Wünsche, informiert über die Möglichkeiten und erstellt anschließend einen Kostenvoranschlag. Wenn ein Bestatter bereits für das Erstgespräch Geld verlangt, sollten Sie einen anderen Anbieter wählen.
Kann ich bestimmte Leistungen auch selbst übernehmen und so Kosten sparen?
Ja, viele Familien übernehmen einzelne Aufgaben selbst — zum Beispiel die Einkleidung des Verstorbenen, die Gestaltung der Trauerfeier, die Auswahl von Blumenschmuck oder das Verfassen der Traueranzeige. Ein guter Bestatter unterstützt Sie dabei und berät Sie, welche Aufgaben Sie selbst erledigen können. Auch die Wahl einer einfacheren Bestattungsart (z. B. Feuerbestattung statt Erdbestattung) kann die Kosten erheblich reduzieren.
Zusammenfassung
- Nehmen Sie sich Zeit: Die Bestattungsfristen geben Ihnen in den meisten Bundesländern mehrere Tage, um sich in Ruhe für einen Bestatter zu entscheiden.
- Vergleichen Sie Angebote: Holen Sie mindestens zwei Kostenvoranschläge ein und vergleichen Sie die Eigenleistungen der Bestatter.
- Achten Sie auf Transparenz: Ein seriöser Bestatter erstellt einen detaillierten, schriftlichen Kostenvoranschlag — unaufgefordert und verständlich.
- Kennen Sie die Warnsignale: Zeitdruck, fehlende Kostenaufstellung und mangelnde Empathie sind klare Hinweise auf einen unseriösen Anbieter.
- Fairer Preis: Bestatter-Eigenleistungen liegen zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Gesamtkosten hängen von Bestattungsart, Region und Umfang ab.
- Wechsel ist möglich: Solange kein Vertrag unterschrieben ist, können Sie den Bestatter jederzeit wechseln.
- Finanzielle Hilfe gibt es: Bei finanzieller Notlage haben Sie Anspruch auf eine Sozialbestattung (§ 74 SGB XII).